DAS WÜTEN DER GANZEN WELT

Nach dem Roman von Maarten 't Hart
Erstdramatisierung von Johannes Kaetzler
Ausgezeichnet mit dem Kölner Theaterpreis 2008


Uraufführung/Premiere am 9. Februar 2008

Das Wüten der ganzen Welt

Fotos ©MEYER ORIGINALS

An einem Dezembertag im Jahr 1956 wird der zwölfjährige Alexander aus nächster Nähe Zeuge eines Mordes. Dieses Ereignis beginnt sein Leben zu bestimmen. Die Umstände zwingen ihn dazu den Mörder zu suchen und er begibt sich auf eine Lebensreise, die nicht nur die Frage nach dem Mörder, sondern auch die nach seiner eigenen Existenz stellt und auf atemberaubende Weise beantwortet.

Der Roman „Das Wüten der ganzen Welt“ des niederländischen Schriftstellers Maarten 't Hart ist eine Mischung aus Entwicklungs-, Geschichts-, Sozial- und Kriminalroman. Er wurde eigens für das Freie Werkstatt-Theater dramatisiert und lief über vier Spielzeiten lang (von Februar 2008 bis Mai 2011) im eigenen Theaterhaus.

„Es ist eine Geschichte über Musik und Schönheit, Enge und Verbohrtheit, über das Erwachsenwerden und die Nachkriegszeit, verzweifelte Lebenslügen und feigen Verrat. (…) Dass dieses Kunstwerk sogar auch komisch ist, ist ein besonderer Verdienst des Autors, der in den Niederlanden zu den Großen zählt."
Elke Heidenreich

"Man kann besser eine kleine Gemeinschaft beschreiben,
weil man besser sehen und lernen kann,
wie sich Menschen eigentlich verhalten."
Maarten 't Hart, zitiert nach Rundfunk Berlin-Brandenburg, 26.08.2007

Die Eigenproduktion wurde bei der Preisverleihung im Haus der SK Stiftung Kultur mit dem Kölner Theaterpreis 2008 ausgezeichnet:

Auszug aus der Laudatio von Jurymitglied Jessica Düster zum Kölner Theaterpreis 2008:
"Die Spezialität dieser Bühne ist die Bearbeitung literarischer Vorlagen. Einer der Ansprüche des Hauses ist es, auch die Menschen zu erreichen, die nicht jeden Tag ins Theater gehen. Und so ist es kein Wunder, dass jetzt die Dramatisierung von Maarten 't Harts Roman DAS WÜTEN DER GANZEN WELT zum Erfolg geführt hat. [...] In seiner Dramatisierung gelingt das große Kunststück, diese literarische Vorlage ohne Verluste auf das Wesentliche zu verdichten. Seine Bühnenfassung macht Lust, DAS WÜTEN DER GANZEN WELT zu lesen oder wieder zu lesen, weil man hier alles wieder findet, was die Geschichte ausmacht. [...] Überhaupt glänzt diese Aufführung durch ein Ensemble, das uns nicht nur mit seinem intensiven Spiel in den Bann zieht, sondern auch clever besetzt ist."

Als Bühnenprospekt diente das Motiv "Die Welle" von Gustave Courbet (Städel Museum, Frankfurt am Main /ARTOTHEK)
Das Atelier für begleitendes Malen (Düsseldorf) ließ sich von der Inszenierung zu eigenen Bildern inspirieren, die von Dezember 2008 bis Februar 2009 im FWT-Foyer ausgestellt waren.

Mit Ingrid Berzau, Peter Liebaug/Achim Conrad, Torben Krämer, Bernd Rieser , Dieter Scholz, Marco Sprinz, Regina Welz | Erstdramatisierung, Inszenierung und Bühne Johannes Kaetzler | Dramaturgische Beratung Gerhard Seidel |  Regieassistenz Nina Boos | Kostüme Judith Kehrle | Maske Heike Helbach | Musikalische Einstudierung und Mitarbeit Thomas Frerichs | Bühnenbau Michael Köser | Licht- und Tontechnik Werner Dittrich

Presse

"Es ist einfach die Stärke des Freien Werkstatt Theaters, Romane und Novellen für die Bühne zu bearbeiten. Dies hat die Bühne in der Kölner Südstadt in vielen Produktionen eindrucksvoll bewiesen. (...) Freunden des Hauses muss man das FWT nicht mehr empfehlen, aber die, die es noch nicht kennen, sollten sich diesen spannenden, wie auch toll gespielten Abend nicht entgehen lassen." theater pur

"Eine sehenswerte Aufführung, bei der Rhythmus, Bühnenbild und Spiel der Darsteller gleichermaßen überzeugen." choices

"Schon mehr als einmal hat Kaetzler eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sich Literatur und Theater näher sind, als es auf den ersten Blick scheint. (...) Premierenjubel für einen Abend, der hält, was er verspricht, nämlich 'Prosa im Schauspiel lebendig werden zu lassen." Kölnische Rundschau

"Alexander Goudevyl ist überzeugt, 1956 als Kind Zeuge eines Mordes gewesen zu sein. Die Sache lässt ihm keine Ruhe. Als junger Mann taucht er weit in die Vergangenheit zurück, bis in die Zeit, als die Niederlande von den deutschen Nazis besetzt waren. Er stößt auf ein verwirrendes Geflecht aus politischem Widerstand und Kollaboration, aus Bigotterie, Glaubensstrenge und Pädophilie, aus Hilfsbereitschaft und Geschäftssinn, aus Lüge und Wahrheitssuche, aus Muff und Aufbruch. Auch seine Familiengeschichte ist nicht so, wie es den Anschein hat. Das alles wird verwebt in die Musik von Johann Sebastian Bach. Eine überaus faszinierende, dichte und spannende Inszenierung mit hervorragenden Schauspielern – zu Recht 2008 mit dem Kölner Theaterpreis ausgezeichnet." koeln.de