WEGEN DER EHRE / Namus icin

Von Sema Meray

Uraufführung/Premiere in deutscher Sprache am 11. Dezember 2005
Uraufführung/Premiere der Fassung in türkischer Sprache am 20. März 2006

Laut Kritikerumfrage 2006 NRW-Schauspiel wichtigstes deutsches Stück

Wegen der Ehre

Fotos ©MEYER ORIGINALS

Yale, in Deutschland geborene Türkin, ist mit ihrer sechzehnjährigen Tochter Yasemin nach Köln zurückgekehrt, die Stadt, in der sie aufgewachsen ist und in der ihre Familie lebt. Yale hat sich von ihrem Ehemann getrennt, hat sich eine eigene Wohnung gesucht, um ein neues Leben anzufangen - alles gegen den Willen ihres Vaters Zafer. Er empfindet den Wunsch der Tochter, ihr eigenes Leben zu führen, als Schande für seine Familie. Als Yale dabei ist, ihre neue Wohnung einzurichten, steht unvermutet ihr Bruder Murat vor der Tür. Er verlangt, dass Yale dem Willen des Vaters folgt. Sonst müsse sie die Konsequenzen tragen.

„Wegen der Ehre“ entstand als Theaterprojekt am Freien Werkstatt Theater und wurde gefördert vom Fonds Soziokultur, Bonn, und der Robert-Bosch-Stiftung, Stuttgart.

Ab dem 20.3.2006 wurden sowohl deutsch- als auch türkischsprachige Vorstellungen (unter dem Stücktitel "Namus icin") angeboten. Zahlreiche Vormittagsvorstellungen für Schulklassen wurden gespielt. Fester Bestandteil einer jeden Aufführung war ein moderiertes Nachgespräch mit den Darstellern im Anschluss an die Vorstellung. Für Schulklassen und andere Gruppen bot das FWT zusätzlich ein begleitendes Workshop-Programm an.

Mit Lena Sabine Berg, Sam Eisenstein, Vedat Erincin, Lilli Hollunder, Sema Meray | Inszenierung Till Rickelt | Produktionsleitung/Dramaturgie Gerhard Seidel | Projektbegleitung Dunja Weißenborn | Regieassistenz Julia Lorenz | Sprecherin bei Vorstellungen in türkischer Sprache Esma Karahan | Bühne/Kostüme Peter Dachsel | Bühnenbau/Vorstellungstechnik Michael Köser

Presse

Die Aufführung wurde vom WDR Fernsehen als „packende und ergreifende“ Inszenierung beschrieben. Die Kölnische Rundschau hob den Beitrag des Stücks „zum Verständnis unserer zwischen zwei Kulturen lebenden Mitbürger“ hervor. Die tageszeitung lobte, dass sich die Inszenierung nicht an der Ehrenmord-Problematik im Besonderen aufhänge, sie handele „vielmehr von der grundsätzlichen Macht der Muster und von der Schwierigkeit, ihnen gegenüber die richtige Mischung aus Zustimmung und Abgrenzung zu finden“. Die türkische Cumhuriyet urteilte „indem das Stück das Thema mit seinen Widersprüchen und in seiner Komplexität darlegt, sensibilisiert es zum einen die Zuschauer, zum anderen hinterfragt es Begriffe wie Sitte, Ehre und Respekt“.