Woyzeck³

Drei Dramenfragmente von Georg Büchner
Spielfassung von Gerhard Seidel und Kay Link
Nominiert für den Kölner Theaterpreis 2007

Premiere am 2. März 2007

Woyzeck

Fotos: MEYER ORIGINALS

Der Soldat Woyzeck liebt Marie, mit der er ein Kind hat. Tagtäglich ist Woyzeck den Schikanen seines Hauptmanns ausgesetzt, und dazu überlässt er sich für kleine Münze den absurden Experimenten eines Arztes. Indessen lässt sich Marie mit dem prahlerischen Tambourmajor ein.

Als Georg Büchner, gerade 23 jahre alt, im Februar 1837 starb, hinterließ er drei Fassungen seines "Woyzeck"-Dramas. Zu einer Endfassung kam es nicht mehr. Nur eine Version lässt die Handlung mit Woyzecks Eifersuchtsmord an Marie enden; die beiden weiteren Fassungen lassen andere Ausgänge offen. Tötet Woyzeck sich selbst? Oder gibt es ein Ende ohne Blutvergießen?

Mit Peter Clös, Susanne Flury, Sven Heiß, Holger Stolz, Christina Vayhinger | Inszenierung Kay Link | Ausstattung Anton Lukas | Idee/Dramaturgie Gerhard Seidel | Mitarbeit Dramaturgie Rainar Ortmann | Vorstellungstechnik Werner Dittrich | Bühnenbau Michael Köser

Dramaturg Gerhard Seidel zur Inszenierung im Programmheft:
"Wir haben uns gegen die übliche Theaterpraxis entschieden, eine 'komplettierte' Fassung des 'Woyzeck' aus Büchners nachgelassenen Handschriften zu montieren, den Handlungsbogen damit 'abzurunden'. Denn Einheit, Geschlossenheit und Vollendung des Dramas lassen sich dort nicht herstellen, wo es sie nicht gibt. Wir zeigen stattdessen das Werk in seiner rohen, nicht zu Ende gebrachten Gestalt, als Fragment also. Konsequenterweise verändert sich das Erlebnis des Zuschauers dadurch grundlegend: Das Schicksal Woyzecks und Maries wird nicht einmal, sondern am gleichen Abend dreimal durchgespielt. Erst diese drei Durchgänge fügen sich zur Gesamtansicht zusammen, die der Vielschichtigkeit des Dramas gerecht wird. In dieser Umgangsweise mit dem Dramentext stellt sich die Bruchstückhaftigkeit nicht als Mangel dar, sondern als Vorzug. Sie weitet den Blick auf das Werk, schneidet ihm nichts ab. Nichts 'Fertiges', 'Abgerundetes' also auf der Bühne."

Presse

"'Die Spielfassung von Gerhard Seidel und Kay Link findet schnell zu einem fesselnden, kraftvollen Rhythmus und wirkt vom Geist des 23jährigen Büchners authentisch durchtränkt." Kölner Stadt-Anzeiger

"Eine Inszenierung, die Mut beweist, die Auseinandersetzung fordert und mit klugen Ideen aufwartet." Kölnische Rundschau

"Ein stimmiger, konsequenter Abend, der nicht nur philologische Interessen befriedigt, sondern dem Fragmentcharakter auf ungewöhnliche Weise gerecht wird." Kultura extra

"Ein aufregender Abend, preisverdächtig." Rheinkultur